Unsere Ernährungsberaterin zum Thema "Ein frühes Ernährungsbewusstsein gibt Mut im Umgang mit Ernährungsproblemen"
Montag, den 06. Dezember 2010 um 11:34 Uhr
In Europa ist mittlerweile jedes fünfte Kind übergewichtig. Adipositas und Übergewicht sind Themen, an denen wir nicht tatenlos vorbei schauen sollten, vor allem nicht aus Kostengründen. Das Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin der Uni Bremen koordiniert dazu eine europaweite Studie über Ursachen und Vermeidung von Fettleibigkeit bei Kindern, die inzwischen ins fünfte Jahr geht. Momentan treffen sich Wissenschaftler dieser Studie und andere internationale Experten, um dieses „schwergewichtige“ Thema zu diskutieren und den möglichen Ursachen auf den Grund zu gehen:
1. Schlafmangel führt zu Übergewicht
Kinder, die nicht ausreichend schlafen, haben ein höheres Risiko für Übergewicht und Adipositas.
2. Das familiäre Umfeld und finanzieller Spielraum
Ernährungsbedingte Krankheiten können genetische Ursachen haben. Das familiäre Umfeld ist bei der Ursachenerforschung aber stets mit einzubeziehen. Schließlich hängt ein frühes Ernährungsbewusstsein bei Kindern wesentlich von den Essgewohnheiten der Eltern ab. Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Wissen der Eltern um eine ausgewogene Ernährung und deren finanzielle Möglichkeiten hohen Einfluss sowohl auf die Qualität der Ernährung als auch auf das Körpergewicht der Kinder haben.
3. Die richtige Umgebung schaffen
Zentrale Schlüsselbotschaft der Studie ist, Kinder zu mehr Bewegung anzuregen. Es ist eine Umgebung zu schaffen, die Kinder zu häufiger Bewegung einlädt; dies wird als wichtiges Mittel angesehen, um einen gesünderen Lebensstil zu fördern und der Entwicklung von Übergewicht vorzubeugen. Bewegung schult die Koordination der Kinder, baut Stress ab und stärkt das Selbstbewusstsein, und auch das ist wichtig für das Gehirn – bei Kindern wie im Übrigen auch bei uns Erwachsenen.
Wie gehen wir Eltern nun mit diesem Ergebnis um und wie können wir diese Anregungen in unseren Alltag einfließen lassen?
Auf ausreichenden Schlaf bei unseren Kindern zu achten, ist leicht umzusetzen. Die Anregungen unter Punkt 2 erweisen sich bereits als schwieriger. Denn wenn das Portemonnaie nicht dauerhaft „prall“ gefüllt ist, gestaltet es sich mit dem Einkaufen „gesunder“ Lebensmittel schon etwas schwieriger; unmöglich ist es aber nicht.
Häufig kommen Fragen auf wie: Was kaufen wir ein? Wie wollen wir uns ernähren? Mit einer vollwertigen Mischkost bieten wir die größte Sicherheit für die optimale Nährstoffversorgung unserer Kinder und deshalb eignet sie sich auch am besten als Präventionsernährung unserer Kinder. Beginnen sollten wir damit bereits bei den Kleinkindern und nicht erst im Schulalter, das prägt, gibt den Kindern eine gewisse Sicherheit im Umgang mit Ernährung von Anfang an. Es ist eine ausgewogene Nährstoffversorgung gewährleistet, wenn die Zusammensetzung der drei Hauptnährstoffe Kohlenhydrate, Eiweiß und Fette, verbunden mit ausreichend Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen stimmig ist. Insbesondere die Kombination aus pflanzlichem und tierischem Eiweiß ist für das Wachstum und die Leistungsfähigkeit unserer Kinder von enormer Bedeutung. Es gehören täglich mindestens fünf Obst- und Gemüseportionen auf den Speiseplan. Leitungs- und Mineralwasser oder ungesüßte Tees runden die Tageskost ab.
Ein Ernährungsbewusstsein, das von Anfang an ausgeprägt wurde, macht stark für spätere Jahre und es fällt leichter einen sorgsamen, bewussten Umgang mit Fastfood und anderen fettigen Versuchungen zu finden.
Herzlichst,
Ihre Katja Degen, Ernährungsberaterin Löwenzahn